Homberger Marktplatzbelebung auf Eis gelegt.
Es war einmal ein Biobauer aus dem Homberger Stadtteil Mühlhausen der plante, einen Mitgliederladen auf dem Homberger Marktplatz zu eröffnen, weil eben dieser Marktplatz, wie die übrige Stadt an der Märchenstrasse, in tiefem Dörnröschenschlaf, eher muss man schon sagen, Rotkäppchenkoma liegt.
Den Biobauern gibt es noch und auch Homberg ist (noch) nicht aus dem Rotkäppchenkoma erwacht. Nun meinte der Biobauer, daß der Homberger Marktplatz zwar sehr schön gestaltet sei, da kann man geteilter Meinung sein, jedoch nicht dazu beigetragen hat, für die Innenstadtkaufleute zu einem zentralen Handelsplatz zu werden. Wie der Biobauer argumentierte, hätte das auch mit der Ausweisung der Fußgängerzone im Marktbereich zu tun. Ich bin da anderer Meinung, zumal sich die Situation seit einem Jahr geändert hat und der Marktplatz über die Marktgasse mit dem Auto zu erreichen ist.
Der Biobauer aus Mühlhausen wollte also antreten um durch die Einrichtung eines Mitgliederladens den Marktplatz attraktiver zu gestalten. Der Homberger Hingucker sah den Mitgliederladen bereits als den neuen Kundenmagnet auf dem Homberger Marktplatz.
Nun wird zurückgerudert, bis Mühlhausen zum Hofladen des Biobauern.
Es scheint also erstmal nichts daraus zu werden, den Homberger Marktplatz mit dem Projekt Mitgliederladen attraktiver zu gestalten. Mit nur 92 verbindlichen Zusagen, sich in Sachen Einkauf von Biowaren vom Mühlhäuser Biobauern abhängig machen zu wollen, ist die Sache wohl für den Biobauer nicht attraktiv genug. Als Argument meint der Biobauer in einem Bericht des Kasseler Frühstücksblättchens (HNA) vom 8. Januar, ” kaum jemand wolle Körbe voller Lebensmittel oder einen Sack Kartoffeln zur Wallstraße oder zum Reithausplatz tragen”.
Wieso denn das? Der Marktplatz ist doch wieder befahrbar, so wie das von den Innenstadtkaufleuten gefordert wurde. Abgesehen davon: Hat der Biobauer schon mal daran gedacht, den Kunden vielleicht den Service zu bieten, die Ware zum Auto zu bringen? Das müsste ihm doch seine Kundschaft wert sein.
Ich denke mal eher, die Homberger sind doch nicht ganz so dumm, ihre freie Kaufentscheidung für Bio-Lebensmittel aufzugeben.
Dafür will nun der Biobauer so quasi durch die Hintertür doch noch sein Projekt Mitgliederladen durchdrücken. Ab Februar will er seinen Hofladen in Mühlhausen zum Mitgliederladen umfunktionieren. Das zeigt erstmal, wie sehr es dem Biobauer darum geht, den Homberger Marktplatz attraktiv zu gestalten. Ich denke mal, es geht eher um Profit. Um Profit ohne nennenswertes unternehmerisches Risiko, das sollen nämlich die Mitglieder des Projekts tragen.
Man muß sich auch die Frage stellen, ob der Biobauer für sein abgespecktes Mitgliederladen-Projekt in Mühlhausen auch von der Homberger Stadtverwaltung finanziell protegiert wird, wie das für den Standort Marktplatz angedacht war. Wundern würde mich das nicht.
Ob der Einkauf im Mitgliederladen des Biobauern in Mühlhausen nun ein Schnäppchen wird, das wage ich mal zu bezweifeln. Laut den AGB’s des Biobauern beläuft sich der Monatsbeitrag für eine Mitgliedschaft auf 19 Euro für jede erwachsene Person eines Haushalts - in der Regel also zwei Personen. Das macht dann 38 Euro pro Monat dafür, um im Mitgliederladen des Biobauern in Mühlhausen einkaufen zu dürfen. Dafür bekommt man dann Produkte aus biologischem Anbau zum Mitgliedspreis. Um vom Mitgliedspreis profitieren zu können, muß man dann schon für ca. 60,00 Euro und mehr pro Monat beim Biobauer einkaufen. Angeblich werden ökologische Kriterien, wie geringe Transportwege, Mehrwegeverpackung, Pfandsysteme und eine umweltverträgliche Erzeugung der Ware berücksicht, was immer das auch heißen mag. Wenn ich da an die Sache mit den Bio-Eiern denke, kommen mir berechtigte Zweifel.
Biologische Produkte bekomme ich beim Discounter wie LIDL und ALDI ebenso wie im Supermarkt. Ob die Produkte nach ökologischen Kriterien hergestellt wurden, kann ich beim Discounter und Supermarkt ebensowenig nachprüfen wie beim Biobauer.
Wer Lebensmittel und Bioerzeugnisse aus der Region einkaufen will, die nicht “industriell” erzeugt wurden, um die hiesigen Erzeuger zu unterstützen, der muss nun nicht unbedingt gleich zum zahlenden Mitglied eines Bioladens werden, “sich zum Laden bekennen”, wie der Biobauer es feinsinnig umschreibt. Sie kaufen ja auch nicht eine Kuh, wenn Sie mal ein Glas Milch trinken wollen. Zum Beispiel bietet REWE seit einiger Zeit Lebensmittel und Bioerzeugnisse aus der Region an, zu handelsüblichen Preisen und ohne Mitgliedschaft bei REWE selbstverständlich.





























