Schätzungsweise 200 000 bis 400 000 Patienten mit Typ-2-Diabetes erhalten schnell wirksame Insulin-Analoga künftig nur noch in Ausnahmefällen von der Krankenkasse bezahlt. Auf Kassenkosten dürfen die Präparate nur dann verordnet werden, wenn sie nicht teurer sind als Humaninsulin. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten und Krankenkassen am Dienstag in Siegburg. Insulin-Analoga können den Angaben zufolge um ein Vielfaches teurer sein als Humaninsulin. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kritisierte die Entscheidung.

Der ganze Bericht…

Mit seinem Beschluss folgt der Gemeinsame Bundesausschuss einem Gutachten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Dieses war zu dem Schluss gekommen, dass die Insulin-Analoga dem herkömmlichen Insulin bei der Behandlung des Diabetes Typ 2 nicht überlegen seien. Ärzte- und Patientenverbände hatten den Bericht heftig kritisiert.

Insulin-Analoga sind künstliche Abwandlungen des Hormons Insulin. Genau wie herkömmliches Insulin senken sie den Blutzuckerspiegel. Nach Angaben der Hersteller setzt ihre Wirkung zudem schneller ein als bei Normalinsulin - nämlich bereits nach 15 Minuten anstatt erst nach einer halben Stunde.