Da hat sich der NVV- NordhessischerVerkehrsVerbund - wieder was Schönes ausgedacht, um auf einfache Art und Weise an die persönlichen Daten seiner Kunden zu kommen. Unter dem Kulanzangebot "NVV- 5 Minuten Garantie," erstattet der NVV den Fahrgästen das Entgelt für die Fahrt, wenn der Bus mehr als 5 Minuten Verspätung hat. Dabei sammelt der NVV persönliche Daten der Fahrgäste, die sich die Fahrtkosten bei Verspätungen zurückholen wollen. Ein wirklich feiner Service! Aber in dieser Hinsicht ist man ja vom NVV nicht verwöhnt. Bei der Eingabe der Daten über den Vorfall der Verspätung fragt der NVV die persönlichen Daten der Fahrgäste ab.
Der Fahrgast muss zwangsläufig einer Übermittlung seiner persönlichen Daten einschliesslich seines Geburtsdatums zustimmen, sonst bricht das System ab. Wofür benötigt der NVV eigentlich das Geburtsdatum seiner Fahrgäste? Er wird die ja wohl kaum zum Geburtstag beglücken wollen. Vom NVV wurde mir mitgeteilt, dass man nur über das Geburtsdatum die Fahrgäste dem entsprechenden Fall zuordnen kann. Eine andere Möglichkeit hätte man nicht. Das kann man glauben oder kann es lassen. Ich lasse es lieber, weil ich nirgends auf der gesamten 5-Minuten Garantie-Site des NVV einen Hinweis darüber finde, dass die Daten nach Abschluss der Reklamation umgehend gelöscht werden. Der NVV weist zwar darauf hin, dass die persönlichen Daten nur zu Kontaktzwecken genutzt werden und die Beschwerde anonym behandelt wird. Alleine das geht kaum, denn dann hätte man die persönlichen Daten erst gar nicht erheben dürfen. Wenn der Fahrgast nun schon dem NVV sein zwangsweises Einverständnis geben muss, dass der seine persönlichen Daten zu "betrieblichen" Zwecken verwenden darf, um die Fahrtkosten im Rahmen der "Fünf-Minuten Garantie" ersetzt zu bekommen, kann das viel bedeuten, der NVV legt sich ja nicht fest, was er mit "betrieblich" meint und wie er die Daten weiterverwertet. Das wissen anscheinend die Mitarbeiterinnen des NVV, die man am Telefon hat, wenn man beim NVV anruft, auch nicht so genau. Oder sie wissen es und dürfen es nicht weitersagen und werden dabei auch schon mal recht pampig. Und dies, obwohl auf der Web-Site des NVV die Rede ist von "garantiert gutem Service und präziser Information. Der NVV will, dass der Kunde über alles informiert und mit dem Service zufrieden ist und das auf der ganzen Linie. Der Fahrgast hätte ein Anrecht auf eine durchgehend freundliche Bedienung. Wenn das so ist, dann müssen einige Mitarbeiterinnen des NVV diese Aussage auf der Website noch nicht zur Kenntnis genommen haben, oder jemand hat das Unternehmen verwechselt. Beim NVV jedenfalls kann man einen ganz anderen Eindruck bekommen. Der Kunde, wollte sich im Service-Point des NVV eine Fahrtkostenerstattung über 1,60 Euro abholen. Die Auszahlung wurde jedoch verweigert, mit der Aussage, es würden keine persönlichen Daten über den Kunden vorliegen und deswegen hätte Herr M. vom NVV die Auszahlung im Computer gesperrt. In der Tat hatte der Kunde einer Weitergabe seiner persönlichen Daten widersprochen, indem er auf dem Online-Formular zur Kostenerstattung vermerkte: Bitte beachten: Hiermit widerrufe ich meine zwangsweise gegebene Zusage, dass meine persönlichen Daten für betriebliche Zwecke verwendet werden dürfen. Möchte der Kunde sich zu Recht beim NVV in Kassel beschweren bekommt er zu hören, dass sich alle verantwortlichen Personen plötzlich in irgendwelchen Besprechungen und auf Auswärtsterminen befinden und die "netten" und "freundlichen" NVV-Mitarbeiterinnen werden recht schnippisch, wenn man eine vorgesetzte Stelle der abwesenden Personen verlangt. Möchte man gar den hauseigenen Datenschutzbeauftragten sprechen, wird einem die Telefonnummer nicht bekannt gegeben. Man bekommt beim NVV die sonderbarsten Erklärungen, warum man unbedingt die persönlichen Daten des Kunden braucht, um die Fahrkosten auszuzahlen. Da will einem doch eine NVV- Mitarbeiterin allen Ernstes weis machen, man brauche die persönlichen Daten um Missbrauch zu verhindern. Es könne sich ja jemand eine Fahrkarte aus dem Papierkorb holen und damit Fahrtkosten geltend machen. Auf die Frage, wie denn dieser Jemand wissen könne, wann welcher NVV-Bus wo Verspätung gehabt haben könnte, wenn er nicht selbst mitgefahren sei, bekommt man allerdings keine Antwort. Dann wiederum meinte der bereits erwähnte Herr M. vom NVV, man brauche die persönlichen Daten unbedingt, weil man die dem Finanzamt vorlegen müsse, um zu belegen, dass man die Fahrtkosten an den Kunden ausgezahlt habe. Auf die Frage, wozu das Finanzamt das Geburtsdatum des Kunden braucht, wusste auch dieser keine plausible Antwort. Ich glaube mal, beim NVV wird gewürfelt, welchen Bären man dem NVV-Kunden aufbinden soll. Es ist vielen nicht bewusst, dass das Geburtsdatum einer Person ein gravierendes persönliches Datenmerkmal ist, welches eine einwandfreie Identifizierung auch ohne nähere Adressdaten zulässt. Sowas hat in den Händen des NVV nichts zu suchen! Ich kann mich nun des Eindrucks nicht erwehren, dass der NVV hier persönliche Daten seiner Fahrgäste sammelt, um diese Daten möglicherweise gewinnbringend weiter zu verwenden. Auf meine entsprechende Anfrage beim NVV wies man dies zwar zurück, doch schriftlich bestätigen wollte man mir das nicht.
Die wilden Fahrer aus der Taiga
Eine Busfahrt mit dem NVV kommt immer wieder einer Erlebnisreise gleich. Das fängt schon damit an, dass die Busse Verspätungen von 15 Minuten und mehr haben und einige Fahrer ausnehmend unfreundlich sind. Es deutet alles darauf hin, dass der Fahrer, der die Route bediente, seinen Busführerschein in der Taiga gemacht hat. Gefahren ist er wie ein tasmanischer Teufel. Es ist nicht besonders lustig, wenn der Fahrer unmittelbar nach Lösen der Fahrkarte, wenn der Fahrgast noch gar keine Möglichkeit hatte einen Sitzplatz aufzusuchen, einen Blitzstart hinlegt, dass der Fahrgast fast zu Boden geht. Für diesen "Service" an Beförderung verlangt der NVV natürlich Kohle mit steigender Tendenz - Preise hoch - Service runter, wir leben ja schliesslich in der Servicewüste Deutschland und die feinen NVV-Oberen kommen ja nicht in die Verlegenheit mit ihren Helldrivern durch die Gegend fahren zu müssen. Erfreulicherweise gibt es beim NVV auch nette, hilfsbereite Fahrer, die sich schon fast für das Chaos im Fahrplan und die Unfreundlichkeit ihrer Kollegen entschuldigen - man trifft sie allerdings recht selten.
