Neues aus dem SupermarktJanuary 24, 2008 1:50 am

Angekündigt hatte Ritter es ja schon länger, den Preis seiner quadratischen Tafeln zu erhöhen. Nun kostet eine 100 g Tafel örtlich mittlerweile 0,95 Euro. Nach “richtigem” Geld also 1,86 DM.

Ritter begründet die Preiserhöhung um etwa 20 Prozent (!) u. a. damit, die Tafeln nur noch mit natürlichen Aromen zu verfeinern. Das klingt ja erstmal gut. Da kratzt der Hersteller also die Bourbonvanilleschoten aus und aromatisiert damit sein Produkt. Wie edel! So natürlich, wie man vermuten könnte, müssen die natürlichen Aromen aber gar nicht sein. Natürliche Aromen sind aus natürlichen Stoffen hergestellt bzw. gewonnen. Das kann auch mit Hilfe von Sägespänen, Bakterien und anderen Mikroorganismen geschehen, muss es aber nicht zwangsläufig. Dazu gehört dann z. B. Vanille aus den Abfällen der Zellstoffherstellung, Erdbeeraroma und andere Fruchtaromen aus Schimmelpilzkulturen etc. Genauso können natürliche Aromen oft auch aus Auszügen von Pflanzen bestehen. Aber welcher Hersteller verrät mir schon, wie die natürlichen Aromen gewonnen wurden, die er bei seinen Produkten verwendet und auf der Verpackung deklariert? Er muss es auch nicht.

Es macht sich aber immer wieder gut, zur Begründung von Preisanhebungen, auf eine angebliche Verbesserung der Qualität und z. B. die Verwendung von natürlichen Aromen hinzuweisen. Das gibt dem Verbraucher das Gefühl, er kauft etwas Erlesenes und das rechtfertigt den hohen Preis. Nachweisen kann der Verbraucher es eh nicht. Er kann es glauben oder lassen.
Das ist so wie mit dem Waschmittel, dass seit Jahrzehnten immer so weiss wäscht wie nie. So weiss kann Wäsche gar nicht werden. Nicht umsonst beschäftigt die Lebensmittelindustrie hochkarätige ausgebuffte Psychologen, die nicht anderes im Sinn führen, den Verbraucher so gekonnt hinters Licht zu führen, dass der gar nicht merkt wie er abgezockt wird.

Mal ehrlich, hätten Sie seinerzeit eine Tafel handelsüblicher Schokolade für 1,86 DM gekauft? Ich nicht. Aber das muss man auch heute noch nicht. Gehen Sie mal zum Lebensmitteldiscounter, da bekommen Sie Schoki, die liegt bei einem Test der Stiftung Warentest vor der mittlerweile sauteuren Ritter- Sport. Und teilweise stecken da ganz namhafte Firmen hinter, wie z. B. die Fa. Storck bei Moser-Roth von ALDI.

Wenns ums Geld geht, hört die Ritter- und Sportlichkeit auf, jedenfalls bei mir!

Neues aus dem SupermarktJanuary 14, 2008 9:49 pm

Über die Verleihung des Ehrenbriefes verfasste der User “Wolf Hagen” in einem Kommentar im Firmen-Blog der frostigen Firma ein paar kritische Bemerkungen.

Was er darauf für Antworten bekam, das können Sie hier nachlesen.

Eine ganz besondere Reaktion auf seine Kritik bekam “Wolf Hagen” vom Leiter Controlling der Firma Frosta®, Frank E. Der fühlte sich animiert, sich prustend, gröhlend und hüstelnd am Boden wälzen zu müssen und meinte u. a. dies würde nun ausgerechnet -Klarname - der Meister der Schimpftiraden schreiben. Besseres ist dem Frosta®-Controllingleiter nicht eingefallen. So drückte das “Wolf Hagen” in seinem nachfolgenden Kommentar auch aus:

@Frank. E.

Na also, er ist wieder in seinem Element, der Herr E. Besser wäre allerdings gewesen, Sie hätten zu meinen Ausführungen und Fragen Stellung genommen, das hätte Ihnen, Ihrer Stellung entsprechend, mehr Professionalität verliehen, als beleidigend und ausfallend zu werden, Aber was soll man machen, wenn man keine Argumente hat um sachlich auf berechtigte Kritik einzugehen, da ist es bedeutend einfacher, den kritischen User zu beleidigen und zu diffamieren. Schon schlimm, wenn man sich so verhalten muss. Ich hätte Ihnen mehr zugetraut, aber man kann sich täuschen.

Keine Firma präsentiert sich im Internet um sich ausschliesslich selbst zu beweihräuchern, sondern freut sich auch über kritische Stimmen. Bei Frosta® habe ich den Eindruck, ist das anders. Grundsätzlich sollten die, die im Blog ihre Firma repräsentieren, in der Lage sein mit Kritik umzugehen.

Allerdings, finde ich, gehen Ihre Ausführungen hier nun doch etwas zu weit und lassen jeglichen Anstand Ihrerseits vermissen. Ob die Verbraucher begeistert sind, wenn sie erfahren, wie Frosta® mit Kritik umgeht, bezweifele ich stark. Zur Kundengewinnung trägt so ein Verhalten nun sicherlich nicht bei. Wenn das auch noch im Firmeninteresse liegen sollte weiss man, was man zukünftig von Frosta® zu halten hat.

Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin vom 25. Oktober 2007 stellt eine Berichterstattung in einem Internetforum, die zur Erkennbarkeit der benannten Person führt, einen rechtswidrigen Eingriff in dessen allgemeines Persönlichkeitsrecht dar. Möglicherweise hat Ihr “netter” Blogeintrag noch ein Nachspiel.

Was soll man dazu sagen? Ich finde, da erübrigen sich ersteinmal weitere Worte, doch würden Sie unbedingt die Produkte einer Firma kaufen, die mit kritischen Diskussionsteilnehmern so umgeht?

Update

Mit Eimer und Putztuch ist der Leiter Controlling von Frosta® zu später Stunde ins Firmenblog geschlichen um die persönlichen Daten des Users “Wolf Hagen” wieder zu löschen. Hat Frosta® eigentlich einen eigenen Kindergarten?

Neues aus dem SupermarktJanuary 12, 2008 11:01 am

Nun hat Frosta® also einen “Ehrenbrief” verliehen bekommen. So wie es aussieht hat es allerdings den Anschein, als weiss bei Frosta wohl noch keiner so recht wer den verliehen hat.

Im Frosta®- und Brigitte-Blog überschlagen sich die Meldungen:

“Jetzt bekam der Frosta-Geschäftsführer dafür von Renate Künast, der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen und früheren Verbraucherministerin, den Ehrenbrief der “Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel e.V.” überreicht.”

“Dafür wurde das Unternehmen jetzt von Renate Künast ausgezeichnet.”

“Georg S…übergibt den Ehrenbrief…”

Alea iacta est - der Würfel ist gefallen, fragt sich nur wohin. Wer war’s denn nun wirklich?

Der Ehrenbrief wurde vom Gründer der IG Fuer an den Frosta®-Geschäftsführer überreicht, steht zumindest im Frosta®-Blog, sogar mit Videosequenz. Der mochte ihn aber nicht behalten und gab ihn weiter an die Mitarbeiter. Die grüne Renate las nur die Laudatio vom Blatt ab. Übrigens nimmt es der Gründer der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel e.V mit der Wahrheit nicht so genau, wenn er behauptet, …”sind alle Produkte zu 100% frei von Geschmackverstärkern, allen Aromen, Farbstoffen, Stabilisatoren, Emulgatoren und so weiter.”

Nun hat ja Frosta® gerade wegen seines Reinheitsgebots und u. a. auch für den sorgsamen und kritischen Umgang mit neuen Lebensmitteltechnologien - z. B. Gen-Technik den Ehrenwanderbrief erhalten. Da stellt sich die Frage wieder, wie es bei Frosta® mit der Verarbeitung von genmanipulierten Rohstoffen aussieht? Seinerzeit stellte ich die Frage schon einmal und bekam zur Antwort: “Wir prüfen zurzeit die Umstellung auf Biomilchprodukte. Nach meinem Wissenstand setzen wir schon Biomilch ein- den aktuellen Stand kann ich gerne am Montag mit unserem Einkauf klären und nachtragen.”

Das war am 13.April 2007. Die Antwort steht noch aus, vielleicht klappt es ja in diesem Jahr.

Mit dem Reinheitsgebot, das ist so eine Sache. Nur deutsche Konsumenten kommen in den Genuss der nach Reinheitsgebot produzierten Tiefkühlmenüs. Das Frosta®-Reinheitsgebot gibt es bisher nur in Deutschland. In den osteuropäischen Ländern füttert man die Verbraucher noch mit all dem Zeug, was hier dem Reinheitsgebot zum Opfer gefallen ist. Da gibt es nämlich noch kein Reinheitsgebot, wie man hier lesen kann. So konsequent ist man dann nun auch wieder nicht.

Ich finde, von einer Firma, die so vehement mit ihrem Reinheitsgebot wirbt, sollte man erwarten können, daß dies für alle Verbraucher zutrifft und die Verbraucher in den osteuropäischen Ländern nicht als Verbraucher zweiter Klasse behandelt werden. VW verkauft seine Autos in die osteuropäischen Staaten ja auch nicht ohne Airbag.

Neues aus dem SupermarktJanuary 8, 2008 9:12 am

Manchmal ist googeln richtig interessant und lehrreich:

Nach eigenen Angaben produziert Frosta® seit Anfang 2003 seine frostigen Fertigmenüs ohne Geschmacksverstärker, Farbstoffe, sowie ohne künstliche und natürliche Aromen. Die Firma wird seitdem nicht müde, bei jeder sich bietenden Gelegenheit dies gebetsmühlenartig zu verkünden.

Was der Verbraucher allerdings nicht mitbekommt, es sei denn er googelt ein wenig, ist, dass “Oekotest” bei einem Tiefkühl-Gemüse-Test in 2006 im Frosta®-”Toskana-Mix” Rückstände von Pestiziden nachgewiesen hat. Hier handelte es sich um das Fungizid “Vinclozolin”. Laut Oekotest soll der Pestizidgehalt die gesetzliche Höchstmenge um mehr als zehn Prozent überschritten haben. Frosta®-”Toskana-Mix” konnte mit einem ganzen Pestizid-Cocktail aufwarten. Ausser “Vinclozolin” entdeckte “Oekotest” sechs weitere Pestizide im Frosta®-Menü.

Na dann, guten Appetit!

Auf der Frosta® -Website kann man zwar lesen: “Frosta®-Kunden wissen zu 100 Prozent was sie essen.” Tja, bis auf das eben, was sie nicht wissen. Die Firma gibt vor, Obst und Gemüse im Frosta®-Vertragsanbau auf Basis der Regeln des integrierten Anbaus produzieren zu lassen oder die Ware von ausgewählten Lieferanten zu beziehen. Ausserdem würden alle landwirtschaftlichen Betriebe regelmäßig kontrolliert, u.a. auch die Düngung und der Pflanzenschutz. Da muss Frosta® aber etwas übersehen haben, wie kommen sonst insgesamt sieben (!) verschiedene Pestizide in den ach so streng kontrollierten Anbau?

Laut “Oekotest” hat Frosta® den spanischen Paprika als Übeltäter ausgemacht und sich entschlossen auf Paprika eines anderen Produzenten zurückzugreifen, so zumindest steht es auf der Oekotestseite. Plamabel für die Qualitätskontrolle der Firma Frosta®, wie ich finde, dass die das nicht vor dem Testergebnis von Oekotest bemerkt haben.

Laut Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG darf Vinclozolin nur für Anwendungen als Fungizid an folgenden Kulturen zugelassen werden: Rapssamen, Zierpflanzen, Chicorée (Wurzelbehandlung) in Dosierungen von höchstens 0,75 kg Wirkstoff/Hektar. Wie kommt das Zeug dann in den Paprika und dazu gleich in der unzulässigen Dosis von zehn Prozent über der gesetzlich zugelassenen Höchstmenge?

In einem Nachtest, den Oekotest mit dem Menü “Toskana Mix” der Chargennummer L 6151S12 veranstaltete fanden sich “nur” noch Spuren von zwei Pestiziden. Oekotest hat das ausgereicht, das Frosta® Menü mit “Sehr gut” zu beurteilen. Wem das reicht, der kann sich gerne bedienen, ich wünsche guten Appetit. Mir ist der Appetit vergangen, ehrlich gesagt hatte ich aber noch nie so richtig Appetit auf diese Tiefkühlmenüs.

Für mich hört der Spass da auf, wenn ich Gefahr laufe mir durch Nahrungsmittel meine Gesundheit zu ruinieren. Einer Firma, die den Kunden bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ihr “Reinheitsgebot” um die Ohren haut, anderseits aber ein Produkt mit einem Pestizidcocktail von sage und schreibe sieben Pestiziden in den Handel bringt, kann ich nun mal kein Vertrauen entgegenbringen.

Daß deutsche Nahrungsmittel qualitätsgeprüft und sicher sind, an diese Mär glaubt zurzeit wohl niemand. Wenn eine Firma wie Frosta® allerdings mit einem besonderen Qualitätsanspruch und einem ausgefeilten Reinheitsgebot wirbt und auch schon mal behauptet, dass Qualität und Qualitätskontrolle Geld kostet und die Produkte eben teurer sein müssen als z. B. beim Discounter, auf der anderen Seite aber pestizidbelastete Produkte anbietet, dann stimmt etwas nicht.
Ich habe dann ein größeres Problem damit, den Werbebotschaften der Firma Frosta® den nötigen Glauben zu schenken und komme zu der Erkenntnis, dass Werbung und Wahrheit auch bei Frosta® zweierlei Dinge sind und dass das eine nicht unbedingt mit dem anderen übereinstimmen muss. Dann kann der Verbraucher aber auch gleich zum Discounter gehen oder im Supermarkt den Menübeutel mit der roten Ecke kaufen. Ich finde, um die tägliche Menge Pestizide, ganz kommt man ja nicht darum herum, zu sich zu nehmen, muss man ja nicht noch unötig viel Geld ausgeben.


kostenloser Counter