MarktplatzMarch 25, 2009 2:08 pm

Wenn man heute die HNA, das nordhessische Frühstücksblättchen, aufschlägt, dann springt einem auf der Homberger Seite die Werbung Information für den geplanten Bio-Mitgliederladen ins Auge. Erstmals werden nun auch Preisvorstellungen genannt.

Da soll z. B. ein halber Liter, das sind 500 ml, Olivenöl für Mitglieder 4,42 Euro kosten. Für Nichtmitglieder kostet der halbe Liter 5,99 Euro. Für einen Liter wären das 8,84 Euro für Mitglieder, Nichtmitglieder müssten 11,98 Euro bezahlen. Ganz schön happig!

Kostet doch ein Liter Olivenöl bei LIDL 5,60 Euro und wurde von der Stiftung Warentest mit GUT bewertet. Rapunzel Demeter
Finca la Torre, sortenreines natives Olivenöl extra aus kontrolliert biologisch-dynamischem Anbau für 16,00 Euro der Liter bekam nur die Note BEFRIEDIGEND, ebenso wie Neuco
Natives Olivenöl extra aus kontrolliert biologischem Anbau.
Klar abgeschlagen die Bio-Erzeugnisse in der Qualität zur konventionellen Ware. Vom Preisunterschied muss man gar nicht erst reden.

Bio, die Lizenz zur Abzocke?

Nichts gegen einen Bio-Laden auf dem Homberger Marktplatz, doch sollte man sich die Mitgliedschaft aus verschiedenen Gründen sehr gut überlegen:

- Eine Mitgliedschaft lohnt sich erst ab einem Einkauf für 65 Euro im Monat. Mit einer Mitgliedschaft gibt man die Flexibilität auf, auch woanders günstig Bio-Ware einkaufen zu können, man ist schon gezwungen nur im Mitgliederladen zu kaufen, sonst lohnt die Mitgliedschaft nicht und man schenkt den Betreibern Geld.

- Warum soll man für Bio-Ware viel Geld ausgeben, wenn die dann in Warentests schlechter abschneidet als konventionelle Ware?

Marktplatz 2:05 pm

Man muss nicht unbedingt zum Biobauern fahren, um Bio-Produkte zu kaufen, schon gar nicht muss man sich an einen Bio-Mitgliedsladen binden.

Noch vor einigen Jahren mussten die Verbraucher lernen, dass man für gesunde Lebensmittel in Bio-Qualität Neuland in Form eines Bio-Ladens betreten muss oder am Wochenende zum Bio-Bauern fährt. Mittlerweile geht das einfacher, denn Bio-Produkte gibt es auch in den Einkaufsstätten, in denen man sämtliche Artikel für den täglichen Bedarf einkaufen kann.

Lesen Sie, bei welchen Discountern Sie welche Produkte und in welcher Bio-Qualität bekommen…

z. B. LIDL…

Lidl – einst Feindbild Nr.1 von Greenpeace wegen höchster Pestizidbelastungen beim Gemüse – setzt inzwischen neben der EG-Öko-Verordnung zusätzlich auf ein strenges eigenes Qualitätsmanagement vom Erzeuger bis zur Filiale. Außerdem engagiert sich Lidl mit Transfair-Produkten für den gerechten Handel mit den Kleinbauern der Dritten Welt.

Weiterlesen bei oekolandbau.de

Marktplatz 2:03 pm

Tatsächlich ist noch kaum untersucht, ob und wie sich Bio-Produkte im Vergleich zu konventionellen Produkten auf die Gesundheit auswirken. Nach Ansicht zahlreicher Ernährungswissenschaftler ist für die Gesundheit vor allem eine ausgewogene Ernährung wichtig. Wer sehr fett- und kalorienreich isst, lebt also nicht gesünder, bloß weil er dabei zu Bio-Fleisch und Öko-Chips greift. Umgekehrt schützen viel Obst und Gemüse vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und zwar selbst dann, wenn sie aus konventionellem Anbau stammen.

Alles lesen bei stern.de…

Eine dänische Studie kommt zu dem ernüchterndem Ergebnis, dass keine Spur mehr Mineralstoffe im Biogemüse sind, als im konventionellen.

Viele Verbraucher glauben aber, dass die Bioware auch besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen sei. Sie kaufen das teurere Obst und Gemüse vor allem deshalb, weil sie sich davon einen gesundheitlichen Zusatznutzen erhoffen. Einzelne Studien haben der Biokost tatsächlich bestätigt, dass sie mehr Nährstoffe enthält als konventionell produzierte Lebensmittel. Eine dänische Studie kam allerdings zu einem ernüchternden Ergebnis: keine Spur mehr Mineralstoffe im Biogemüse als im normalen.

Weiterlesen bei focus.de…

Marktplatz 2:00 pm

Bio-Nahrungsmittel sind nicht grundsätzlich gesünder. Untersuchungen zeigen, dass es zumindest mit den heutigen Messmethoden oft gar keine stofflichen Unterschiede gibt, also kein höherer Nährwert nachgewiesen werden kann. Aber Bio-Obst und -Gemüse haben oft einen niedrigeren Wassergehalt, weil die Produkte nicht so auf Größe gezüchtet und aufgebläht sind. Da findet man dann relativ mehr Nährstoffe in der kleinen Biotomate als in der großen herkömmlichen. Vor allem muss man die Produktionsbedingungen sehen: Bio ist oft umwelt- bzw. tiergerechter. (Quelle hr-online)

Die richtige Mischung macht’s. Jeder, der vorhat, sich für teures Geld an einen Öko-Mitgliederladen zu binden, sollte sich erstmal dieses Video ansehen und dann eine Mitgliedschaft bei diesem Projekt sehr kritisch überdenken.

Marktplatz 1:59 pm

Bio verspricht “heile Welt” und ist gleichzeitig ein Milliardengeschäft geworden. Doch der Mythos hält nicht, was er verspricht. Genau betrachtet sind Biolebensmittel weder gesünder noch besser für die Umwelt.

“Biogemüse hat denselben Nährstoffgehalt wie konventionell angebautes Gemüse, ist also nicht per se gesünder”, sagt Georg Schweisfurth, Gründer der deutschen Bio-Supermarktkette “Basic”. Auch Urs Niggli vom Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) bestätigt, dass es bis heute keine wissenschaftlichen Beweise gibt, dass Bioprodukte gesünder seien, so wie es die Verbraucher beim Kauf erwarten. “Biomilch ist nicht gesünder”, sagte er der Basler Zeitung.

Weiterlesen bei cicero.de…

Marktplatz 1:57 pm

Naturdünger aus Tierfäkalien (den auch viele konventionelle Landwirte einsetzen) kann Krankheitskeime enthalten. Nach den Regeln des Biolandbaus muss der Mist zwar lange kompostiert werden, damit die Hitze Keime abtötet, aber in der Praxis gelangt doch immer wieder infektiöser Dung aufs Gemüse. In den USA wurde nachgewiesen, dass daran einige Menschen starben und Hunderte mit schweren Magen-Darm-Beschwerden ins Krankenhaus mussten. “Zurück zu mittelalterlichen Produktionsweisen kann eben auch bedeuten, dass mittelalterliche Gefahren wieder auftauchen”, sagt Beda M.Stadler, Professor für Immunologie an der Universität Bern.

Weiterlesen bei cicero.de…

MarktplatzMarch 15, 2009 7:10 pm

Sandmännchen kommt geschlichen, so heisst ein Kinderlied. Am 11.03.muss es sich so ähnlich im “Spectrum” auf dem Homberger Marktplatz zugetragen haben. Da fand nämlich vor geladenen Gästen eine Informationsveranstaltung zum Konzept des Mitgliederladens statt.

Daß sich in Homberg immer wieder Dumme finden lassen, denen man Sand in die Augen streuen kann, ohne daß die das merken, ist nicht neu, sonst hätte man heute einen anderen Bürgermeister. Somit ist auch nicht verwunderlich, dass einige Homberger auch auf das Konzept eines Mitgliederladens reinfallen.

“Sie kaufen praktisch zum Großhandelspreis ein und können Einfluss nehmen auf das Angebot des Ladens.” so heisst es in einem Statement zum Mitgliederladen. Nun wird sich das kaum feststellen lassen, denn wer von den Kunden studiert schon BWL um das “Controlling” des Biobauern zu übernehmen?

Ich denke mal, wenn man in diesem modifizierten “volkseigenen Betrieb” für 65.- Euro im Monat regionale Waren einkaufen muss, damit sich eine Mitgliedschaft lohnt, dann kommt das dem Begriff “Abzocke” schon sehr nahe. Auch bei den VEB der “DDR” profitierte nicht der Kunde vom Angebot, sondern der Staat. Hier wäre es dann der Betreiber.

Bei bereits bestehenden Modellen liegt die Amortisationsgrenze für die Mitglieder wesentlich niedriger. Es wird nicht jeder in der Innenstadt die Kohle haben in dem elitären Etablissement für regionale Erzeugnisse einkaufen zu können. Die sind dann weiter darauf angewiesen im Osterbach einzukaufen. Bleibt zu hoffen, dass die bei dieser Gelegenheit ihren übrigen Bedarf dann auch dort decken.


kostenloser Counter