Wenn am 31.12. ein neues Jahr eingeläutet wird, gehen bei Ford-Rößler in Kassel die Lichter aus. Definitiv. Nachdem ein Interessent aus Thüringen keine Lust mehr an der Übernahme des Autohauses zwischen der Frankfurter- und Raiffeisenstrasse hat, stehen ab 1. Januar 2006 weitere sechzig Frauen und Männer ohne Arbeit da. Insgesamt sind es dann über 200 Mitarbeiter denen die Pleite des Autohauses die Arbeitstelle gekostet hat. Kein guter Start ins neue Jahr. 17 Millionen Euro Schulden lasten auf dem Autohaus. Wenn Gebäude, Ausstattung und Autos verkauft sind werden es immer noch ca. 10 Millionen Euro sein. Für die Mitarbeiter gibt es einen “Sozialplan”, der die Bezeichnung eigentlich nicht verdient. Dieser Plan sieht vor, dass unter den Mitarbeitern als Entschädigung für den Arbeitsplatzverlust ein Drittel der Insolvenzmasse aufgeteilt wird. Das bedeutet, jeder Mitarbeiter bekommt als maximale Abfindung zweieinhalb Monatsgehälter, falls aus der Insolvenzmasse überhaupt noch etwas übrigbleibt.
Nun müssen die Mitarbeiter für die Fehler des Herrn Rößler büßen. Lachen kann der Firmenbestatter und Insolvenzverwalter Westhelle, der die Beerdigung des Unternehmens und die Vertröstungen auf eine eventuelle Übernahme und Neubeschäftigung recht gut honoriert bekommen hat. Der Leichenschmaus wurde vom WDR am 02.11.05 im TV gesendet.
Und was macht der werte Herr Rößler so nach der großen Pleite? Geschäfte - in Thüringen. Dort agiert er als Geschäftsführer von Ford-Autohäusern in Erfurt, Weimar und Gotha. Immer der gleiche Herr Rößler, der in Kassel das Unternehmen an die Wand gefahren hat. Unvorstellbar aber wahr und auch noch legal.
Schlecht scheint es der Familie Rößler jedenfalls nicht zu gehen und der kulturelle Appetit ist ihnen auch nicht vergangen, wie die Stuhlpatenschaft für das Theater in Erfurt zeigt.
Die ehemaligen Angestellten und Nochangestellten in Kassel werden dafür wenig Verständnis haben.
Ich wüsste gerne mal, welchen Stuhl der Pleitier* dem Theater in Erfurt gespendet hat, nicht dass ich auch eine Stuhlspende entrichten möchte, aber eine Stuhlprobe würde ich schon gerne hinterlassen.
Anmerkung:
Auf einen ähnlichen Bericht in der HNA, Nordhessens Frühstücksblättchen, nahm der Autor Stellung in einer Lesermeinung. Darauf bekam er Antwort von einer Lydia, in Form dieses Smilies [:-)], mehr hatte die Dame ihrem Hirn nicht abringen können.
Der Autor nahm dazu Stellung: “Sehr bezeichnend dieses Smilie. Vor allem wenn der Nachname dieser Lydia mit “R” anfängt und mit “r” aufhört. Ich wüsste gerne mal, welchen Stuhl der Pleitier Rößler dem Theater in Erfurt gespendet hat, nicht dass ich auch eine Stuhlspende entrichten möchte, aber eine Stuhlprobe würde ich schon gerne hinterlassen.”
Dem HNA-Online-Redakteur Jens N. gefiel diese Lesermeinung wohl nicht. Möglicherweise hat er, aus welchem Grund auch immer, eine andere Meinung. Die Einträge wurden wegzensiert. Herzlichen Dank von dieser Stelle aus. Eine Tageszeitung in der Lesermeinungen ohne ersichtlichen Grund der Zensur zum Opfer fallen muss nicht sein. Ich habe dieses Blatt schon längst von Frühstückstisch verbannt. Es gibt erbaulicheres, mit dem man den Tag beginnen kann, das muss nicht ausgerechnet eine Zeitung sein, in der Lesermeinungen nach dem Gusto eines Online-Redakteurs zensiert werden, der dazu auch noch der Meinung ist, er hätte das Recht dazu. Recht auf Zensur? Honni lässt grüßen. Vielleicht sollte der Online-Redakteur der HNA sich mal den Begriff Zensur näher erklären lassen. Ein paar Nachhilfestunden würden sicher nicht schaden.
Keine Frage, Einträge die einen relevanten Straftatbestand erfüllen müssen entfernt werden, doch hat das mit Zensur nichts zu tun.
*abgeleitet von dem jiddischen Wort Pleite für zahlungsunfähig.
