Kennen Sie Bad-Sooden-Allendorf, dieser kleine Kurort wird auch gerne die “Perle im Werratal” genannt. Die Perle hat sich gerade eine nagelneue Therme geleistet, mit Aussenbecken, Bade- und Saunalandschaft, sowie Wellnessbereich - alles vom Feinsten - bis auf die Preisgestaltung.

Zu früheren Zeiten musste man sich in Bad-Sooden-Allendorf über Geld und Finanzierbarkeit keine großen Gedanken machen, da sprudelte die Zonenrandförderung und auch die meist älteren Kurgäste der gesetzlichen Krankenkassen sorgten für einen ausgeglichenen Finanzhaushalt. Wenn da die Kundenfreundlichkeit mal zu wünschen übrig ließ war das nicht weiter tragisch, Kurgäste sind leidensfähig und es kamen ja immer neue.

Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert, die Zonenrandförderung ist weggefallen, die gesundheitspolitische Lage ist desatrös. Mit der Klientel von früher lässt sich heute nicht mehr das große Geld verdienen. Auch in BSA will und muß man in Zukunft mehr auf die jüngere Generation, “Wellness” und private Kurangebote setzen. Zu diesem neuen Trend gehört aber auch Kinderfreundlichkeit.

Wie in der HNA zu lesen ist, kostet ein Bad- und Saunabesuch für eine vierköpfige Familie 40 Euro. Ganz schön happig und nicht jeder hat in der heutigen Zeit so viel für einen Familienbadespass übrig. So werden also die Badegäste in preiswertere Bäder in der Umgebung abwandern. Dann hat Bürgermeister Ronald Gundlach und sein Team viel Platz zum Plantschen und Saunieren in der neuen Therme.

Hat man den Familienbadespass absichtlich preislich so hoch angesetzt, damit er äusserst unattraktiv erscheint, weil man der Ansicht ist, Kinder könnten das Saunavergnügen der älteren Saunagäste stören? Dann wird BSA nie ein familienfreundliches Bad werden, mit fatalen Folgen.