… Der jammert und klagt.
Erinnern Sie sich noch an Ernst Welteke, den Ex-Bundesbankpräsident?
Wie der FAZ zu entnehmen ist, hat Welteke nun seinen ehemaligen Arbeitgeber auf eine höhere Pension verklagt. Das bestätigte das Verwaltungsgericht Frankfurt am Dienstag mit dem Eingang der Klage auf Neufestsetzung seiner Pensionsansprüche (Az: 9E 3401/05).
8.000 Euro im Monat sind ihm zu wenig.
Ein Bericht des “Spiegel” brachte die Sache damals ins Rollen. So soll Welteke anlässlich der Gala mit seiner Frau und weiteren Familienmitgliedern im Berliner Luxushotel Adlon residiert haben. Die Kosten von rund 7660 Euro für den viertägigen Aufenthalt habe die Dresdner Bank übernommen. Welteke bestätigte die Einladung. Wenn er schon an Sylvester nach Berlin fahre, “dehne ich das doch ein bisschen aus”, zitierte das Magazin den Notenbankchef. Nach heftiger Kritik äusserte sich Welteke zu den Vorwürfen. Er kündigte an, dass die Bundesbank die Kosten für zwei der beanstandeten Übernachtungen übernehme, den Restbetrag zahle er aus eigener Tasche. Im Streit um die Luxus-Sause von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke im Berliner Hotel “Adlon” hatte sich auch sein Sohn Hans zu Wort gemeldet - und den Familienausflug auf Kosten der Dresdner Bank verteidigt: “Wer die Reise bezahlen würde, war mir ziemlich schnuppe,” ließ der Junior verlauten.
Erst die Silvesternacht auf Einladung der Dresdner Bank in Berlin. Dann das Luxus-Wochenende im Juni 2003 in Monte Carlo auf Einladung von BMW-Finanzvorstand Krause. Übernachten auf einer Yacht, Dinner in der Rothschild-Villa. Das Rennen schick vom Balkon aus beobachtet. Darüber berichtete der “Spiegel” : “Der Bundesbank-Chef speiste, zusammen mit Ehefrau Bettina, in der Villa Rothschild, er schlief auf der “Sundream 1″, einer Luxusyacht mit Pool, Bars und Suiten. Und das Rennen betrachtete er von einer großflächigen Sonnenterrasse, direkt unter der von Fürst Rainier.”
Und nun verklagt Welteke seinen ehemaligen Brötchengeber auf mehr Kohle, weil ihm die 8.000 Euro Pension im Monat nicht reichen. Von seiner Pension in Höhe von 24.000 Euro blieben ihm nur ein Drittel, sein Bruttoeinkommen sei auf Basis eines hessischen Gesetzes um zwei Drittel auf rund 8.000 Euro im Monat gekürzt worden, jammert Welteke.
Dieser Betrag werde durch die “großzügige” Absicherung seiner ersten Frau, um die er sich “in besseren Zeiten” gekümmert habe, und monatliche Überweisungen an seine studierenden Söhne dezimiert. “Wenn ich dann noch die Miete und die üblichen Versicherungen bezahlt habe, ist das Geld weg”, sagt Welteke. So bleibe ihm im Moment nichts anderes, als von seinen Ersparnissen zu leben. “Ein Luxusleben ist da jedenfalls nicht drin.” Da kommen einem ja fast die Tränen. Der Mann wird doch am Ende nicht verhungern? Zur Vorsicht hier mal ein Link zu Aldi und Lidl.
Keine Angst, verhungern tut er nicht, der Mann ist nicht arbeitslos, er hat schon wieder neue Beschäftigungen gefunden. Nach einem Bericht der “Welt am Sonntag” ist er Aufsichtsrat und “Senior Consultant” der südrussischen Regionalbank Centerinvest.
Einem Medienbericht zufolge hat er auch bei der Gewerkschaft angeheuert. Ohne entsprechende Kohle macht der das bestimmt nicht. Manche Leute bekommen eben den Hals nicht voll, bei Politikern ist diese Eigenschaft besonders ausgeprägt.
Wie weit sich dieser Ex-Finanzpolitiker bereits von der Realität entfernt hat und welche charakterlichen Eigenschaften ihn prägen, kommt zum Ausdruck wenn man sich die Sparsamkeitsprüche Weltekes aus den Jahren 2000 - 2003 mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lässt:
“Man muss ja nicht unbedingt Urlaub in den Rocky Mountains machen - die Kasseler Berge sind ja auch sehr reizvoll.”
“Wer heute die staatlichen Leistungen am geschicktesten ausnutzt und wer das meiste für sich herausholt, genießt fast schon das höchste Ansehen.”
“Die Menschen lesen doch jetzt schon in den Zeitungen…, dass wir… über unsere Verhältnisse leben.”
“Ich hatte schon früher den Ruf eines rigiden Finanzpolitikers. Als ich Haushaltssprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag war, haben meine Kollegen in der Fraktion das Wort ” Geiz” immer so gesteigert: Geiz, Reitz, Welteke.”
“Ich bin auch sehr dafür, die ganzen Sozialleistungen auf ihre Missbrauchsmöglichkeiten hin zu überprüfen. Wer am besten das soziale Netz ausnutzt, wird nicht mehr sozial sanktioniert.”
“Die Einschnitte bei der Rente sind sozial gerecht”
“Ehrlichkeit wird honoriert.”
In einer Zeit, in der auf das Volk weitere drastische Steuererhöhungen und Sparmassnahmen zukommen, die insbesondere die Geringverdienenden treffen, wäre es ein Schlag ins Gesicht eines jeden Bürgers, Steuerzahlers und Rentners, wenn dem Begehren des feinen Herrn Ex-Bundesbankchefs Welteke um Anhebung seiner Pension stattgegeben wird. Schliesslich hat er das entsprechende hessische Gesetz zur Kürzung der Ruhegeldbezüge mitinitiiert.